Wie kann ich tanzen, während die Welt brennt?

Die Tanzenden wurden für verrückt gehalten von denjenigen, die die Musik nicht hören konnten.

F. Nietzsche

Darf ich tanzen und lachen, während die Welt brennt?
Darf ich mich beschweren, während es andere nicht mehr können?
Darf ich im Mittelmeer schwimmen, planschen während eben dieses das Grab von so vielen Menschen ist?

Ich bin zerissen durch diese quälenden Fragen. Und doch tanze ich, lache, höre nicht auf, allen schrecklichen Geschehnissen der vergangenen Wochen zum Trotz. Ich will Mensch sein und bleiben, das ist so wichtig, gerade in einer Zeit wie heute. Und was verbindet Menschen und Kulturen mehr, als Musik, Tanz und Lachen. Was bringt mehr Liebe in die Welt als das? Wir Menschen können auch anderen nicht helfen, wenn wir vergessen haben, was es bedeutet zu Lieben, zu Lachen und die Freiheit zu spüren. Wenn sich unser einziger Lebenssinn der Erwerb von Kapital ist, das festhalten an alten Gewohnheiten, vergessen wir dann nicht, wer wir sind?
Ich weiß, dass ich nichts bewegen kann wenn ich nur traurig bin über die Welt. Ich darf Freude fühlen, ohne schlechtes Gewissen.


So lasst uns tanzen, lachen und die Freiheit fühlen, loslassen von unserem Alltag. Möglicherweise gehen wir alle gestärkt und neu verbunden nach Hause, euphorisch und erfüllt vom Leben.

Veröffentlicht von Lotte Marie

Wer bin ich? Wenn das so einfach zu beantworten wäre, dann wäre es vermutlich nicht eine Frage, welche ich mir so oft gestllt hätte. Es gäbe auch nicht unendliche online Tests, Leitfäden, nur um sich selbst zu finden. Und das obwohl ich ja immer bei mir bin. Rein theoretisch zumindest. Wie es sich in der Nacht verhält, im Zustand des Vertieftseins, das ist eine ganz andere Geschichte. Also um diese Frage zumindest oberflächlich zu streifen hier ein paar Randnotizen zu mir als Person, auch wenn du mich in meinen Texten vermutlich viel eher kennenlernen kannst, als in so einer Vita.

Ein Kommentar zu “Wie kann ich tanzen, während die Welt brennt?

  1. Wer tanzen kann, tanze, wer singen kann, singe*. Wer in irgend einem Wassertropfen sich spiegelt, wer darin badet, wer ihn zu sich nimmt müßte jedesmal das gesamte Leid der Welt zu sich nehmen, denn der Wassertropfen hat schon alles, nun ja, er hat keine Augen, gesehen. Dazu brauche ich kein Mittelmeer mit seeuntüchtigen Booten – denn der Tropfen erinnert auch noch die Boat People aus Vietnam. Kein rotes Meer mit Piraten, die dies teilweise deswegen sind, weil ihnen die großen Flotten (die jetzt grad u.a. die ganzen Jungaale im Atlantik abfischen) die letzten Fische vor der Küste weggefischt haben und man es ihnen jetzt auch noch schwer macht, die lukrative Jagd auf die letzten paar Rhinozerosse im Nachbarland durchzuziehen sondern es lieber sähe, wenn diese Viecher demnächst halt aus Platzmangel eingehen würden. Piraten gibts auch vor Westafrika und zwischen Asien und Australien, vor den Inselchen des Indischen Ozeans und… ach, wenn wir aufzählen, finden wir kein Ende! Wer sollte da nicht tanzen, und wenn es ein Tanz der Wut, ein dionysischer Tanz wäre?
    Nein, wir müssen über alle diese schrecklichen Zustände zu einer Leichtigkeit finden – nicht die rücksichtslose, „was geht mich das an, ich kann eh nichts ändern,“ sondern die des Lebens. Aktivitäten, auch Aktivismus für die gute Sache: schön und gut, sofern die Hinterlassenschaft dann nicht nur ein nur noch größerer Müllhaufen ist. Aber niemand, gar niemand kann sein Leben, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, der finster dreiblickenden und zielgerichteten Aktion widmen, ohne dabei verrückt zu werden. Es gibt ein Leben außerhalb der Pflicht, und dieses ist gefälligst auch selbstvergessene Leichtigkeit, notwendige Erholung. Vielleicht vergessen wir das nur, weil uns beigebracht wurde, dass Erholung immer Konsum sein müßte, um so ferner die Reise, um so erholt-bräuner der Mensch? Um so teurer die Leckereien, um so öfter in der Reklame erschienen…? Das ist aber so was von unwahr. Erholung, Befreiung, Leichtigkeit finden wir nur in uns selbst (Meditativ) und in guter Gesellschaft – und da ist es egal, ob es Rucola- oder Löwenzahnsalat gibt.
    *also ich, leider, nicht

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