Warum zerstört ihr weiter die Welt?!

Die Bilder sind erschreckend. Wie versteinert sitze ich mal wieder mitten in der Nacht vor meinem Bildschirm, in völliger Dunkelheit. An Schlaf ist nicht zu denken. Die Bilder von brennenden Wäldern, die Verzweiflung über Konzernbosse, die weiter in Kohle investieren und die schreiende Ungerechtigkeit eines Systems, in welchem nur die Stimmen gehört werden, die über finanzielle, wirtschaftliche Macht verfügen, rauben mir jede Gelassenheit.

Seit September 2019 gibt es riesige Buschbrände in Australien, während Australiens Premier sagt, unter ihm werde es keine Klimaschutzmaßnahmen geben, welche der Wirtschaft schaden. Die Tatsache, dass die Brände immer mehr Todesopfer fordern, unzählige Tiere verbrennen, ja ganze Tierarten innerhal weniger Stunden aussterben, und die Lage sich sogar immer weiter verschlimmert scheint für ihn nicht von Belang zu sein. Er liebäugelt fröhlich mit der Kohle und missachtet dabei Menschenrechte. Doch so kann und darf nicht weiter Politik gemacht werden! Die Tatsache, dass mithilfe des Unternehmens Siemens jetzt noch die größte Kohlemine der Welt in Queensland, Australien geöffnet werden soll, macht mich fassungslos. So viel Ignoranz zeigt uns: wir müssen weiter für unsere Zukunft auf die Straße gehen. Ob mit Fridays for Future, Ende Gelände oder Extictin Rebellion o.A. Scheinbar haben einige Politiker*innen noch immer nicht verstanden, dass es um unsere Existenz und nicht weniger geht! Wenn der Verlust von Wähler*innenstimmen so furchteinflößend ist, dass alle Maßnahmen viel zu spät eingeleitet werden, dass der Kohleindustrie noch immer Geld in den Arsch geschoben wird ist ein Armutszeugnis. Wenn schon mit einer weltweiten Erwärmung von 1°C derartige Buschbrände entstehen, können wir uns dann vorstellen, wie es mit 3°C oder mehr wird? Die aktuellen Klimaschutzpläne der Bundesregierung steuern nämlich auf genau diese Klimakatastrophe zu! Geht weiter mit auf die Straßen, denn das, was passiert ist bei weitem nicht genug. Warten auf Kosten von Menschen in geografisch benachteiligten Gebieten und auf Kosten von uns und unseren Kindern ist keine Option. Ich verstehe nicht, wovor wir Angst haben sollten mit konsequentem Klimaschutz. Für mich ist das Szenario des „Business as usual“ nämlich ziemlich beängstigend.

Change ist coming, whether you like ist or not.

Greta Thunberg

Schmerz in meinem Herz, alles verzerrt
Will nur noch schreien, kann nicht verzeihen
Die Gier nach viel zu viel.
Aufgefressen, die Ressourcen, alle besessen
Von Geld, Rendite, Kredite doch wie viel ist zu viel?
Die Erde zerfiel in den Fingern von Kindern
Die nur leben wollten, streben sollten nach ihrer Zukunft
Hoffnung wurde zur Phrase, denn die Vernunft
War tot.
 
Ein neues System? Wo kämen wir da hin?
Wir werden die Konsequenzen tragen
Von Entschlüssen, keiner wollte uns fragen
Ob wir weiter wollen Kohle, die nicht ist zum Wohle
Aller, wird abgebaut.
 
Wir werden beschimpft, verunglimpft, erniedrigt
Doch wir werden nicht kleiner, wir werden mehr
Die nicht mehr warten und zusehen wollen.
Wie Tier und Mensch verbrennt im Busch
Vertuscht wird, dass ein Wandel kommen muss
Im System, Zusammenleben, Wert erstreben.
Ich kann nicht warten, warten, gefüttert von leeren Phrasen
Es sind Versprechen, ihr werdet sie brechen
Wenn wir nicht bleiben hier, und zeigen: wir wollen nicht kollabieren.
 
Hass lodert mir entgegen wenn ich nicht mitgehe
Wenn ich unbequeme Fragen stelle,
die ihr euch nicht selbst zu fragen wagt.
Ihr wollt euch verteidigen
„Ich kaufe auch nur Bio! Ich fliege nur selten! Und außerdem esse ich nur wenig Fleisch. Vom Metzger nebenan.“
Lustig, denke ich. Doch kann nicht lachen.
Alle erzählen mir diese Geschichte, wollen reinwaschen ihre Weste, die doch befleckt ist von Blut.
Wenn alle das „tolle“ Bio-Fleisch nebenan kaufen würden, gäbe es nicht hauptsächlich Tiere in Massentierhaltung oder?
 
Wenn ich dann wieder anfange meine Fragen zu stellen, beginnen sie wie verletzte Hunde zu bellen.
„Hörst dus nicht? Nur wenig Fleisch!“
Auf Nachfrage stellt sich heraus, der Salamischmaus ist kein Fleisch, und Tierwohl sein ja so wichtig.
 
Die leeren Worte erscheinen nichtig im Anblick brennender Wälder,
Voll von Soja für die Schweinemast.
Die Erde leidet, ihr stummer Schrei schneidet sich in mein Herz
Weltschmerz fühl ich, doch wie zum Scherz hebst du die Brauen,
Klopfst mir auf die Schulter. „Lass das alter!“
Als wärs ein Trost sagst du mir, hier
„Dir, ist nicht zu helfen, Frau. Die Welt ist halt scheiße“.
 
Ich glaub das nicht, verziehe mein Gesicht, doch verzichte auf einen Kommentar.
Denke still, im System des Wachstumszwangs sind wir nun mal gefangen, identifiziert mit unserer Arbeit, an die wir verschenken Lebenszeit.
Doch es ist nicht zu spät, wenn man versteht.
Wir wollen so nicht weiterleben,
Schuld tragen an Erdbeben, Wirbelstürmen, draußen tobts
Drinnen starren wir auf die Displays trostlos
Warten, warten trauen uns wegen der Hitze nicht in den Garten,
vergessen, was wir als Kinder mal wollten
Denn Träume haben damals gegolten, bis sie verscholten
Wurden als nicht lukrative Gedankenspiele.
 
Unsere Kinder stehen heute da
Bessere Zukunft gibt’s nicht, leider wahr
Uns erwartet Ungewissheit, es verbleibt wenig Zeit zu handeln vereint.
Wir ertrinken im Überfluss, übersättigt liegen wir, nur Verdruss
Andere Verhungern, fliehen müssen um ihr Leben bangen
Wenigen wird geholfen, viele Boote sanken.
 
Wut erfüllt mich,
Wir können nicht mehr warten,
Sich wandeln wollen viele.
 
 
Der Wandel wird kommen, doch wie benommen
Konsumieren sie weiter, mehr, mehr, mehr!
Banken, Konzerne, kommt alle her!
Gerettet seid ihr, die Welt ists nicht wert
Denn das bringt heute kein Profit
Statt sich zu wandeln, provozieren sie Krieg.
 
Ich will leben, ist das zu viel?
Ein Leben für alle, Hoffnung und viel Menschlichkeit
Denn genau danach sehne ich mich in dieser Zeit.
 
Die Zeit rennt, ich sehe wie unsere Erde verbrennt
Spür den Schmerz, und stehe auf denn ich will handeln
Wandeln, und nicht stehen vor einem Scherbenhaufen
Weil das Geld mehr wert schien als unsere Welt.

Veröffentlicht von Lotte Marie

Wer bin ich? Wenn das so einfach zu beantworten wäre, dann wäre es vermutlich nicht eine Frage, welche ich mir so oft gestllt hätte. Es gäbe auch nicht unendliche online Tests, Leitfäden, nur um sich selbst zu finden. Und das obwohl ich ja immer bei mir bin. Rein theoretisch zumindest. Wie es sich in der Nacht verhält, im Zustand des Vertieftseins, das ist eine ganz andere Geschichte. Also um diese Frage zumindest oberflächlich zu streifen hier ein paar Randnotizen zu mir als Person, auch wenn du mich in meinen Texten vermutlich viel eher kennenlernen kannst, als in so einer Vita.

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