Ist das Leben ein Konkurrenzkampf?

Ich stehe vor der Frage, wie können wir uns als Menschheit einer Krisensituation stellen können. Sollten wir uns darauf vorbereiten? Eins zumindest ist klar: wir sollten es tunlichst vermeiden, überhaupt in eine solche Lage zu kommen! Wir sollten uns der Klimakrise jetzt entgegenstellen. Der Mensch hat Unglaubliches geschaffen: Finanz – und Wirtschaftssystem, eine globalisierte Welt, Gesellschaften, Kultur und noch so viel mehr. Doch eines sollten wir uns immer wieder klar machen: Wir haben noch kein Ökosystem geschaffen.

Feminismus – Brauchen wir den heute noch?

Alltagssexismus und Klappe halten.
Noch immer müssen Frauen sich im Alltag, auf der Arbeit und sogar im Freundeskreis sexistische Kommentare anhören. Wenn ich einen Menschen darauf hinweise, dass etwas ein sexistischer Kommentar war, so höre ich leider selten eine ehrliche Entschuldigung. Stattdessen werde ich mit Rechtfertigungen bestürmt. Gerade als wäre ich diejenige, die etwas Diskriminierendes gesagt hätte. Auch veraltete Rollenbilder sind leider nicht aus unseren Vorstellungen, der Sprache und den Gedankenmustern verbannt. Hier zum Beispiel eine Situation, die sich vor kurzem in der Uni während einer Vorlesung ereignete: Die Professorin wollte mithilfe eines Beamers ihre Folien an die Wand projizieren. Leider gab es einige technische Schwierigkeiten. Mit einem sauren Lachen meinte sie vor dem ganzen Saal: „Ja, ja. Frauen und Technik eben.“ Als sich nach einigem Bemühen noch immer nichts tat, fragte sie in den Vorlesungssaal: „Gibt es einen Mann hier, der mir mit der Technik helfen kann?“ Sie machte ganz schön große Augen, als eine junge Frau aufstand, einige Kabel umsteckte und das Problem behob. Dies zeigt, wie festgesetzt Klischees in unseren Köpfen sind. Mich macht es traurig, dass noch immer die Unterschiede zwischen Frauen und Männern gesucht werden. Obwohl diese viel kleiner sind als die Verschiedenheiten innerhalb. Ich finde es schade, dass solche Vorurteile immer wieder verbal weitergetragen werden, sogar von Denjenigen, die dadurch degradiert werden.

Wie können wir die Welt verändern?

Ich denke, der Wandel, der in die Welt kommen will, wird nicht aus alten, reproduzierten Egomustern kommen, sondern aus der Ruhe und freien Selbstentfaltung. Viele Menschen, mit denen ich spreche, denken viel mehr darüber nach, was alles nicht möglich ist, was sie nicht können als über das, was möglich ist. Dabei verlernen wir, dass wir eigentlich viel mehr können, als wir uns selbst zutrauen. Maja Göpel, eine Wirtschaftswissenschaftlerin, sagte in einem Interview [1], dass wir uns durch dieses gewohnte Verhalten im Hinblick auf eine sozial-ökologische Transformation selbst im Weg stehen. Viel zu wenig glauben wir daran, dass wir sie schaffen könnten. Ich verstehe sie so: Wir vermögen viel mehr, als wir uns selbst auf unseren gewohnten Gedankenpfaden vorstellen können. Oft sind diese nämlich schon ziemlich ausgelatscht. Besonders Träume sind ein wichtiges Mittel, um herauszufinden, wohin wir wollen. Wonach sollen wir denn unser Handeln und unsere Entscheidungen ausrichten, wenn wir nicht wissen, wohin wir wollen? Visionen haben das Potential, ein sehr kraftvoller Ruf aus der Zukunft zu sein, wenn wir es nur wagen, uns konkrete Schritte vorzustellen. Wenn wir in einer Krisenzeit nicht weiterwissen, und wir uns in einer scheinbar ausweglosen Situation wiederfinden, wenn wir mit unserer eigenen Angst konfrontiert sind, dann sind die instinktiven Reaktionen häufig Flucht, Erstarren oder Kampf. Wir greifen dann auf alte Denkmuster zurück, die wir uns im Laufe unserer Biografie angeeignet haben, halten an Altem fest und verbauen uns auf diese Art und Weise neue Wege. Aber gerade in einer Krisensituation brauchen wir eine Veränderung des Status Quo, eine Transformation der Denkweise, die uns in diese Krise geführt hat. „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein)(2)

Krisenlehre?

Was können wir an dem politischen Umgang mit der COVID-19 Pandemie lernen? Ich denke, eine der grundlegendsten Beobachtungen ist der Unterschied, den es macht im Verhalten der Menschen, wenn eine Krise deutlich als solche behandelt wird. Bei der Klimakrise geht es sich nicht nur um die Erderwärmung, sondern sie ist gleichzeitig eine Gerechtigkeitskrise, eine Gesundheitskrise und eine ökologische Krise. Dazu kommen humanitäre Faktoren wie Flucht, zerstörte Lebensgrundlagen und Hunger. Um endlich einen adäquaten Umgang mit dieser Situation zu finden, brauchen wir nicht nur uneingehaltene Klimaziele, Co2-Steuern und wirtschaftliche Anreize, sondern wir müssen uns schon heute auf die Klimakrise vorbereiten und klare Gesetze orientiert an den unbestreitbaren Regeln der Natur aufstellen. Wenn wir den politischen Willen und das Engagement beobachten, was die Politik im Hinblick auf die Corona-Krise zeigt, so wird deutlich: „Wenn sie will so kann die Welt. Also will sie nicht beenden das Krepieren in den Kriegen, das Verrecken vor den Stränden und, dass Kinder schreiend liegen in den Zelten, zitternd, nass. Also will sie. Alles das.“[3]

Erwachen

 Erwachen Treiben- in nachtschwarzer Tiefe. Weich, undurchdringlich wie Samt. Willenlos. Selbstlos. Ein Schimmern, weiches Licht berührt die träumenden Sinne. Es streift mich, wie die Schwingen eines Vogels. Lockend – doch noch lastet die dunkle Schwere auf meiner Brust. Ein Stoß und ich schwebe – angezogen vom Schimmer der Ferne,

Ernste Gedanken

Es ist so schnell Frühling geworden. Die Pflanzen strecken ihre hellgrünen, zarten Blättchen gen Sonnenlicht. Um mich herum singen Meisen, Amseln, in der Ferne krächzt empört eine Elster. Und obwohl es wunderschön hier draußen ist, sehe ich fast keine Menschen. Ist es die Angst vor einer Corona-Infektion? Oder schlafen alle noch, an diesem Sonntagmorgen? Ich sitze hier allein im Park, und habe Hoffnung und Angst beim Gedanken an die Welt.

Am Beispiel des Coronavirus habe ich gesehen, wie schnell unsere Regierung entscheiden kann, wie schnell gehandelt wird, wenn der politische Wille da ist. Wie schnell Fernflüge weniger werden, wie schnell strenge Maßnahmen eingeleitet werden zum Schutz der Bevölkerung. Wie viele Menschen ein Verständnis für die Maßnahmen zu haben scheinen.
Es steckt ein Potential darin, dass wir jetzt so viel Zeit haben, nachzudenken, andere Formen der Zusammenarbeit auszuprobieren, miteinander zu sprechen und gute Bücher zu lesen. Wir könnten uns mit dem Sinn unseres Lebens beschäftigen, Atem holen und neue Entscheidungen treffen. Wir könnten die Zeit nutzen, unser Leben zu verändern

Auf dem Weg

Es ist eine lange, schwere Suche. Voll Tod und dem intensivsten aller Leben. Eine Grenzgängerin, die Unsicherheit ist ihre Heimat. Freiheit bedeutet für sie, auf sich selbst gestellt Entscheidungen treffen zu können. Holprig ist der Pfad, noch wenige Menschen sind ihn gegangen, und das ist auch schon lange her. Spitze Dornen zerkratzen auf dem Weg ihre nackten Waden, sie watet durch Flüsse, springt über eine tiefe Schlucht, wo in der Tiefe ein Bergbach tost. Sie steigt bis zu den Wolken, will dort einen Weg finden, wo noch kein Mensch vor ihr gewesen ist. Langsam wird es dunkel, im hellen Mondlicht sieht sie nur schemenhaft die nächsten Stufen aus Stein, die sie ihrem Ziele näherbringen. Als die Müdigkeit sich über ihre Augen legt, lässt sie sich ins Heidekraut sinken und betrachtet versonnen die glimmenden Sterne.

Selbstliebe

Ich will nicht geliebt werden für eine Leistung. Auch nicht für meinen Status, mein Aussehen oder dafür, dass ich bin wie es sich andere wünschen. Ich werde keinem dieser Bilder je entsprechen können. Es sind letzlich nur Erwartungen, Wunschträume, Trugbilder, leerer Schein. Das, wofür ich geliebt werden möchte, ist meine bloße Existenz, meine Haltung und meine Leidenschaft. Denn meine ganze Unvollkommenheit, und die der Welt, kann ich nicht als Mangel empfinden, sondern als Entwicklungspotential. Als Möglichkeit, zu wachsen.

Muss ich mich selbst zerstören, um die Welt zu retten?

Muss ich mich für die Rettung der Welt selbst zerstören? Bin ich prädestiniert für Leid und Stress, wenn ich mich mit der Klimakatastrophe auseinandersetze? Gewissermaßen ja. Je mehr, je intensiver ich mich mit apokalyptischen Klimastudien auseinandersetzte, desto mehr fühlte ich Verzweiflung, Hilflosigkeit angesichts dessen, was uns als Menschheit bevorsteht. Aufgewachsen und sozialisiert in einer globalisierten„Muss ich mich selbst zerstören, um die Welt zu retten?“ weiterlesen

Warum zerstört ihr weiter die Welt?!

Die Bilder sind erschreckend. Wie versteinert sitze ich mal wieder mitten in der Nacht vor meinem Bildschirm in der Dunkelheit. An Schlaf ist nicht zu denken. Die Bilder von brennenden Wäldern, die Konzernbosse, die weiter in Kohle investieren und die schreiende Ungerechtigkeit eines Systems, in welchem nur die Stimmen gehört werden, die über finanzielle, wirtschaftliche Macht verfügen…