Feminismus – Brauchen wir den heute noch?

Alltagssexismus und Klappe halten.
Noch immer müssen Frauen sich im Alltag, auf der Arbeit und sogar im Freundeskreis sexistische Kommentare anhören. Wenn ich einen Menschen darauf hinweise, dass etwas ein sexistischer Kommentar war, so höre ich leider selten eine ehrliche Entschuldigung. Stattdessen werde ich mit Rechtfertigungen bestürmt. Gerade als wäre ich diejenige, die etwas Diskriminierendes gesagt hätte. Auch veraltete Rollenbilder sind leider nicht aus unseren Vorstellungen, der Sprache und den Gedankenmustern verbannt. Hier zum Beispiel eine Situation, die sich vor kurzem in der Uni während einer Vorlesung ereignete: Die Professorin wollte mithilfe eines Beamers ihre Folien an die Wand projizieren. Leider gab es einige technische Schwierigkeiten. Mit einem sauren Lachen meinte sie vor dem ganzen Saal: „Ja, ja. Frauen und Technik eben.“ Als sich nach einigem Bemühen noch immer nichts tat, fragte sie in den Vorlesungssaal: „Gibt es einen Mann hier, der mir mit der Technik helfen kann?“ Sie machte ganz schön große Augen, als eine junge Frau aufstand, einige Kabel umsteckte und das Problem behob. Dies zeigt, wie festgesetzt Klischees in unseren Köpfen sind. Mich macht es traurig, dass noch immer die Unterschiede zwischen Frauen und Männern gesucht werden. Obwohl diese viel kleiner sind als die Verschiedenheiten innerhalb. Ich finde es schade, dass solche Vorurteile immer wieder verbal weitergetragen werden, sogar von Denjenigen, die dadurch degradiert werden.

Selbstliebe

Ich will nicht geliebt werden für eine Leistung. Auch nicht für meinen Status, mein Aussehen oder dafür, dass ich bin wie es sich andere wünschen. Ich werde keinem dieser Bilder je entsprechen können. Es sind letzlich nur Erwartungen, Wunschträume, Trugbilder, leerer Schein. Das, wofür ich geliebt werden möchte, ist meine bloße Existenz, meine Haltung und meine Leidenschaft. Denn meine ganze Unvollkommenheit, und die der Welt, kann ich nicht als Mangel empfinden, sondern als Entwicklungspotential. Als Möglichkeit, zu wachsen.